Archiv für den Monat: Februar 2014

Smartmeterbetrug in Malta

Von der europäischen Öffentlichkeit so gut wie unbemerkt breitet sich aktuell ein Smart-Meter-Betrugsfall in Malta aus. Aktuell sieht es so aus, als hätten Angestellte des staatlichen Energieversorgers EneMalta mehr als 1.000 Smartmeter gewerblicher Verbraucher wissentlich falsch parametriert, um deren Stromverbrauch nach unten zu manipulieren. Der Prozess gegen die Mitarbeiter ist schon gelaufen, Die Mitarbeiter erhielten Zeitungsberichten zufolge bis zu 1.200 Euro pro manipuliertem Meter. Der Skandal weitet sich derzeit mit schmutzigen Schuldzuweisungen gegen ehemalige hochrangige Mitarbeiter und Regierungsangehörige weiter aus. Insbesondere entsteht gerade der Verdacht, dass nicht nur mehr als 1.000 Smartmeter zu wenig anzeigten, sondern auch die Smartmeter-Konfiguration ahnungsloser Verbraucher manipuliert wurde, um denen einen erhöhten Verbrauch zu bescheinigen und damit den ermittelten Gesamtverbrauch einzelner Bezirke konstant zu halten.

Malta setzt die vergleichsweise alten Smartmeter der italienischen ENEL ein, die von der Abrechnungsgesellschaft des staatlichen Energieversorgers über ein Re-Licensing bei IBM eingekauft wurden.

Der Betrug wäre mit herkömmlichen Ferraris-Zählern genauso machbar gewesen – nur hätte dazu jeder Stromzähler vor Ort mechanisch manipuliert werden müssen. Im Falle der SmartMeter reicht dazu selbst bei den technisch schon etwas antiquierten ENEL-Metern eine simple, rein softwarebasierte Änderung der Parametrierung aus.