Kategorie-Archiv: SmartHome

WiFi-Steckdose (2) – Auf der Suche nach dem Ursprung

wp-1476364300958.jpgWer stellt denn jetzt die WiFi-Steckdosen her?

Nein, wie erwartet ist der Aufkleber auf der Rückseite des Gerätes nicht hilfreich. Die „inter-union“ ist nicht mehr als ein Dienstleister, der Waren einkauft, für den deutschen Markt bereit macht und in Verkehr bringt. Sprich: Von denen ist in unserem Falle bestenfalls der Aufkleber und ggf. die notwendigen Prüfungen zum Inverkehrbringen der Geräte in Deutschland.

interunion

Die Interunion – vom Schraubenschlüssel bis zur WiFi-Steckdose

Das TÜV-SÜD-Prüfzeichen ist nur auf einem der zwei Adapter (nach Vergrößerung) lesbar und sagt „Bauart geprüft, Produktion überwacht“ – leider aber ohne Prüfnummer.

Prüfzeichendetail (vergrößert)

Prüfzeichendetail (vergrößert)

Eine Suche nach „Inter-Union“ in der Zertifikatsdatenbank der TÜV SÜD Product Service zeigt die Inter-Union als Großkunden der Prüfer, dort lässt sich dann auch schnell das Zertifikat für den WiFi-Adapter finden, allerdings wird hier trotz „Herstellung überwacht“ kein Hersteller angegeben.

TÜV SÜD PS Zertifikatsdaten für den WLAN-Adapter

TÜV SÜD PS Zertifikatsdaten für den WLAN-Adapter

Sackgasse. Auch die Konformitätserklärung am Ende der Bedienungsanleitung ist nur von Inter-Union ausgefüllt und in einer Größe gedrückt, die Menschen über 25 nur mit einer Lupe lesen können.

Konformitätserklärung

Konformitätserklärung (click)

Aufschrauben brachte auch nichts – wir werden das Innenleben der Adapter noch anschauen, aber da steht ebenfalls kein Hersteller.

Mein nächster Ansatz war die App, die ich inzwischen nicht nur auf dem Telefon installiert, sondern auch als APK-Paket heruntergeladen habe. Der Google Play-Store erzählt uns, dass die App von einem „Frank Wen“ erstellt wurde, dessen Mailadresse „xiaobinwen@gmail.com“ sei. Vertrauenswürdig sieht anders aus. Xiaobin dürfte sich wohl, wie viele Asiaten in meinem beruflichen Umfeld auch, einen westlichen „Beinamen“ gegeben haben und daher hier als „Frank“ auftauchen. Übrigens: Wofür die App „USK ab 18 Jahren“ hat ist mir ebenso rätselhaft wie das Rechtebedürfnis „Onlinekäufe“. Aber was will man für 20 Euro erwarten?

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Xiaobin Wen finden wir bei Google als Vertreter einer chinesischen Spielefirma und als Contributor für ein mongo-db-project in Java – zu diesem später mehr. Außerdem hat derselbe Autor noch zwei weitere WiFi-Apps publiziert, auch dazu später mehr.

Die heiße Spur fand sich schließlich in der auf dem Mobilgerät installierten App selbst:

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Ningbo COMEN Electronics Technology Co. Ltd. also. Sollte dahinter der Hersteller stecken? Eine Google-Recherche nach dem Namen brachte nicht weiter. Vielleicht würde Baidu als chinesische Suchmaschine mehr finden, aber ich kanns halt nicht lesen.

Mit etwas Kopfkratzen und einem Blick auf die Innereien der Schaltung ergab sich ein neuer Weg: Funkende Geräte brauchen ein FCC-Siegel. Und anders als etwa CE, VDE oder TÜV Süd Produktzertifizierungen sind bei der FCC richtig viele Daten abrufbar. Anstelle der FCC-eigenen Suchfunktion empfehle ich die bequemere https://fccid.io/. Sucht man dort nach „Ningbo Comen…“, findet man recht fix diverse WiFi-Steckdosen und ganz schnell auch unseren Adapter unter https://fccid.io/XK8-PAUS101W. Ein Vergleich der bei der FCC hochgeladenen Bilder vom Innenleben mit der Platine unseres Steckers zeigt, dass es sich hier um das beschriebene Gerät handelt, Ningbo Comen Electronics Technology also der Hersteller unseres Gerätes ist – und eine Fülle technischer Dokumente haben wir auch gleich.

Qivicon jetzt auch bestellbar

Bild: Deutsche Telekom

Bild: Deutsche Telekom

Was lange währt, wird endlich gut: Qivicon, die SmartHome-Lösung der Deutschen Telekom ist ab sofort zu kaufen. Eigentlich war Qivicon, früher unter dem Arbeitstitel „Smart Connect“ schon für Mitte 2012 annonciert. Der Start der HomeAutomation Plattform auf der IFA 2012 wurde allerdings glatt verpasst und auch zur IFA 2013 gab es außer einem neu designten Ausstellungsstück nichts wirklich greifbares. Irgendwann im Oktober tauchten die Qivicon-Box und Zubehör von EQ3 dann klammheimlich in den T-Punkten und deren Onlineshops unter der Rubrik „Zubehör“ auf, während die Interessenten auf der Qivicon-Homepage noch immer auf „Herbst 2013“ vertröstet wurden. Irgendwann in der letzten Woche ist Qivicon wurde in aller Stille der Qivicon-Shop eröffnet – dort lassen sich nun „HomeBase“ und Zubehör einzeln oder im Set erwerben. Als Schnäppchen kann man die aktuell für 199 Euro erhältliche HomeBase allerdings nicht wirklich bezeichnen.